Eingewöhnung

 

5 Schritte bei der Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodel

 

                                                                                                                                                                                                                                     Quelle: INFANS,Berlin 1990

 

 3 Tage Grundphase 

Die Mutter (oder der Vater) kommt mit dem Kind zusammen in die Krippe (möglichst immer zur gleichen Zeit), bleibt ca. 1 Stunde zusammen mit dem Kind im Gruppenraum und nimmt danach das Kind wieder mit nach Hause.

      Eltern:

  • eher passiv
  • das Kind auf keinen Fall drängen, sich von ihm zu entfernen
  • immer akzeptieren, wenn das Kind ihre Nähe sucht. Die Aufgabe der Eltern ist es, „sicherer Hafen“ zu sein.
  • möglichst nicht lesen, stricken oder mit anderen Kindern spielen. Das Kind muss das Gefühl haben, dass die Aufmerksamkeit der Mutter jederzeit da ist.

      Hinweise für die Erzieher/innen:

  • Vorsichtige Kontaktaufnahme ohne zu drängen. Am besten über Spielangebote oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes.
  • Beobachtung des Verhaltens zwischen Mutter und Kind. In diesen ersten 3 Tagen kein Trennungsversuch!

4.Tag Trennungsversuch

(wenn es ein Montag ist, erst am 5. Tag)

Ziel: vorläufige Entscheidung über die Dauer der Eingewöhnungsphase: Einige Minuten nach der Ankunft im Gruppenraum verabschiedet sich die Mutter vom Kind, verlässt den Raum und bleibt in der Nähe.

Die Reaktionen des Kindes sind der Maßstab für die Fortsetzung oder den Abbruch dieses Trennungsversuches:

  • gleichmütige, weiter an der Umwelt interessierte Reaktionen. Bis maximal 30 Minuten Ausdehnung der Trennung.
  • Dies gilt auch dann, wenn das Kind zu weinen beginnt, sich aber rasch und dauerhaft von dem/der Erzieher/in beruhigen lässt.
  • wirkt das Kind nach dem Weggang der Mutter verstört (erstarrte Körperhaltung) oder beginnt untröstlich zu weinen, so muss die Mutter sofort zurückgeholt werden.

 

 

Kürzere Eingewöhnung

Hinweise für die Erzieher/innen:

Klare Versuche der Kinder selbst mit Belastungssituationen fertig zu werden und sich dabei nicht an die Mutter zu wenden, eventuell sogar Widerstand gegen das Aufnehmen, wenige Blicke zur Mutter und seltene oder eher zufällig wirkende Körperkontakte sprechen für eine kürzere Eingewöhnungszeit, d. h. ca. 6 Tage.

 

 

Längere Eingewöhnung

Hinweise für die Erzieher/innen:

Häufige Blick- und Körperkontakte mit der Mutter und das heftige Verlangen nach Rückkehr der Mutter beim Trennungsversuch am 4. Tag sind Anzeichen für die Notwendigkeit einer längeren Eingewöhnungszeit, d. h. ca. 2 - 3 Wochen.

Mit dem nächsten Trennungsversuch muss einige Tage gewartet werden

 

 

 Stabilisierungs-phase

Ab dem 4. Tag versucht

  • der/die Erzieher/in von der Mutter die Versorgung des Kindes zu übernehmen:

      - Füttern

      - Wickeln

      - sich als Spielpartner anbieten

  • die Mutter überlässt es jetzt immer öfter dem/der Erzieher/in auf Signale des Kindes zu reagieren und hilft nur noch, wenn das Kind den/die Erzieher/in noch nicht akzeptiert. Nur wenn das Kind sich beim Trennungsversuch am 4. Tag von dem/der Erzieher/in trösten ließ bzw. gelassen auf die Trennung reagiert, sollte die Trennungszeit am 5. Tag ausgedehnt werden. Am 5. und am 6. Tag ist die Anwesenheit der Mutter in der Krippe notwendig, damit sie bei Bedarf in den Gruppenraum geholt werden kann. Wenn sich das Kind am 4. Tag nicht trösten ließ, sollte die Mutter am 5. und am 6. Tag mit ihrem Kind wie vorher am Gruppengeschehen teilnehmen und je nach Verfassung des Kindes am 7. Tag einen erneuten Trennungsversuch machen.

 

    Schlussphase  .... ende

Die Mutter hält sich nicht mehr im Kindertagesheim auf, ist jedoch jederzeit erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zum/zur Erzieher/in noch nicht ausreicht, um das Kind in besonderen Fällen aufzufangen.

  • Die Eingewöhnung ist beendet, wenn das Kind den/die Erzieher/in als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt.
  • Dies ist z. B. dann der Fall, wenn das Kind gegen den Weggang der Mutter protestiert (Bindungsverhalten zeigt), sich aber schnell von dem/der Erzieher/in trösten lässt und in guter Stimmung spielt.

 

 

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